Die CDR, das Ultimatum und das Referendum
Wie es scheint, liegen die Nerven auf dem zwölften Stock des Berlymont mal wieder blank.
Erst kam die fehlerhafte Email an "everybody". Als man dann die Links repariert hatte, bekamen wir eine als TV-Interview notdürftig getarnte, mittelmassige Ansprache vorgesetzt.
Im Textteil der Webseite wird uns erklärt, dass Herr Kallas nach etlichen weitreichenden Zugeständnissen seinerseits ein "endgültiges Angebot" vorlegt und die "Personalvertreter dazu einlädt ihre endgültige Meinung dazu bis zum 11 Februar" vorzulegen.
Was alles geschehen könnte, wen man dieses Ultimatum verstreichen lässt, wird unserer morbiden Fantasie Überlassen.
Weiter unten teilt uns der Vizepräsident mit, dass wir noch etwas länger auf die rundum erneuerte CDR warten müssen, denn "Ich habe beschlossen das Inkrafttreten bis 2009 aufzuschieben. Mir ist klar, dass dies Ihren und den Wünschen vieler Ihrer Kollegen nachkommt. Daher habe ich die Hauptverwaltung angewiesen, die Leistungsbewertung und Beförderung 2008 nach den derzeit gültigen Regeln durchzuführen."
Wen man bedenkt, dass zumindest nach dem gregorianischen Kalender, das Jahr an den 31 Dezember und nicht am 15 Februar endet, erkennt man, dass diese Ausführungen einen eher verhandelungstaktischen Charakter haben.
Es liegt uns durchaus fern, Herrn Kallas Ratschlage für seine Verhandelungsführung zu erteilen.
Aber wir haben einen guten, wenn auch nicht teueren, Rat für die Personalvertreter. Man wiederhole nicht den Fehler den man in den Verhandelungen mit Lord Kinnock gemacht hat. Man stimme keiner erkennbar schlechten Lösung zu, nur aus Angst das sonst eine noch schlimmere aufoktroyiert wird.
Artikel 7(f) des Rahmenabkommens zwischen Gewerkschaften und der Kommission besagt nämlich dass " nachdem alle Möglichkeiten der konzertierten Verhandelungen erschöpft sind, kann das Personal in seiner Gesamtheit befragt werden " Also ist ein Referendum über die neue CDR durchaus zulässig.
Eigentlich ist so ein Referendum geradezu notwendig, denn jeder Einzelne von uns wird durch das CDR berührt.
Es ist daher vernünftig, dass die Kolleginnen? das letzte Wort in dieser Angelegenheit erteilt bekommen.
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